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Gebetsgruppe gründen – auch online

sela-Team · · 3 Min. Lesezeit

Gemeinsam beten verändert etwas. Wer regelmässig mit anderen betet, erlebt, wie Anliegen getragen, Sorgen geteilt und Gebete erhört werden. Schon die erste Gemeinde in Jerusalem traf sich, um gemeinsam zu beten (Apostelgeschichte 2,42). Und Jesus verspricht, da zu sein, wo zwei oder drei in seinem Namen zusammenkommen (Matthäus 18,20).

Die gute Nachricht: Eine Gebetsgruppe zu gründen ist einfacher, als viele denken. Du brauchst kein Theologiestudium und keine grosse Gruppe. Zwei Menschen reichen.

1. Kläre, wofür eure Gruppe da ist

Bevor du einlädst, überleg dir kurz: Was soll im Zentrum stehen?

  • Füreinander beten – persönliche Anliegen der Teilnehmenden
  • Für die Gemeinde – Leitung, Gottesdienste, Projekte
  • Für ein Thema – eure Stadt, die Schweiz, Frieden, verfolgte Christen
  • Für eine Lebensphase – Mütter, Studierende, Paare, Seniorinnen und Senioren

Eine klare Idee macht es leichter, andere einzuladen – und hilft der Gruppe, beim Wesentlichen zu bleiben.

2. Such dir zwei, drei Menschen

Frag persönlich, nicht per Rundmail. Eine kleine Gruppe von drei bis sechs Personen ist ideal: Jede und jeder kommt zu Wort, und man lernt sich wirklich kennen. Wachsen kann die Gruppe später immer noch.

3. Legt Ort, Zeit und Rhythmus fest

Regelmässigkeit ist wichtiger als Länge. Besser alle zwei Wochen 45 Minuten, die wirklich stattfinden, als ein ambitionierter Plan, der nach drei Treffen einschläft.

  • Vor Ort: Wohnzimmer, Kirchenraum, Café am Morgen vor der Arbeit
  • Online: Videocall am Abend – praktisch für Eltern, Pendler oder Menschen in verschiedenen Städten
  • Gemischt: vor Ort treffen, zwischendurch Anliegen online teilen

4. Ein einfacher Ablauf fürs Treffen

Ein fester Rahmen nimmt Unsicherheit – gerade für Menschen, die nicht gewohnt sind, laut zu beten.

  1. Ankommen (5 Min.) – kurz erzählen, wie es einem geht
  2. Impuls (5 Min.) – ein kurzer Bibeltext, ein Psalm oder ein Gedanke
  3. Anliegen sammeln (10 Min.) – jede Person teilt, wofür sie Gebet wünscht
  4. Beten (20 Min.) – frei, reihum oder in Zweiergruppen
  5. Abschluss (5 Min.) – ein gemeinsames Gebet, zum Beispiel das Vaterunser

Tipp: Niemand muss laut beten. Sag das ausdrücklich. Wer lieber still mitbetet, ist genauso Teil der Gruppe.

5. Schützt das Vertrauen

Was in der Gruppe geteilt wird, bleibt in der Gruppe. Sprecht das beim ersten Treffen an. Nur wenn sich alle sicher fühlen, werden Anliegen ehrlich geteilt.

Wie man Gebetsanliegen gut formuliert – konkret, aber ohne zu viel preiszugeben –, liest du in Gebetsanliegen formulieren – mit Beispielen.

6. Bleibt zwischen den Treffen verbunden

Viele Gruppen nutzen dafür einen WhatsApp-Chat. Das funktioniert, hat aber Grenzen: Anliegen gehen zwischen anderen Nachrichten unter, und es ist schwer nachzuverfolgen, was aus einem Gebet geworden ist.

Dafür bauen wir sela, eine christliche Gebets-App für iPhone und Android. Eure Gruppe kann sich einen eigenen Gebetsraum einrichten, in dem nur ihr eure Anliegen seht. Ihr betet füreinander, und wenn ein Gebet erhört wurde, markiert ihr es – so sieht die ganze Gruppe, was Gott getan hat.

Wenn es mal harzt

Jede Gruppe erlebt Phasen, in denen weniger Leute kommen oder die Gebete zäh werden. Das ist normal. Helfen kann:

  • das Format kurz zu wechseln (z. B. einen Gebetsspaziergang statt Wohnzimmer),
  • zurückzuschauen und erhörte Gebete zu erzählen,
  • neue Menschen einzuladen.

Und manchmal ist es auch in Ordnung, eine Gruppe nach einer Saison bewusst abzuschliessen – dankbar für das, was war.


Dein erster Schritt: Schreib heute einer Person: «Hast du Lust, dass wir uns alle zwei Wochen treffen und füreinander beten?» Mehr braucht es nicht, um eine Gebetsgruppe zu gründen. Mehr zum Beten für andere findest du in Fürbitte: Wie bete ich für andere?